Ambulanter Kinder- und Jugendhospizdienst

Wenn ein Kind oder Jugendlicher unheilbar erkrankt ist, kennen Familien die Gefühle von Wut, Ohnmacht, verzweifeltem Kampf, Hoffen und Bangen, Mut und Trauer. Die Diagnose ändert alles: Lebensalltag, Lebensperspektive und Lebenssinn. Plötzlich ist nichts mehr, wie es war und alles wächst einem über den Kopf.

Die familiäre Situation ist geprägt von enormer Anspannung, Konflikten, offener Fragen und Ängsten – jedoch auch von wertvollen tiefen emotionalen und spirituellen Prozessen. Die Betreuung eines schwerkranken Kindes oder Jugendlichen bringt Eltern oft an die Grenzen der physischen und psychischen Belastbarkeit.

Sylvia-Maria  Braunwarth

Sylvia-Maria Braunwarth
Koordinatorin Kinder- und Jugendshospizdienst
Tel. 08221 20 70 792
Fax 08221 363719
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„Wind in der Mähne“ – damit Trauer bewältigt werden kann

Der Malteser Kinder- und Jugendhospizdienst in Günzburg startet ein neues Konzept der tiergestützten Begleitung für erkrankte Kinder und Jugendliche, deren Geschwister und Abschied nehmende Kinder und Jugendliche. Dies ist ein gemeinsames Projekt der Malteser Günzburg mit dem Pferdehof „Seelengrübchen“. Das Reiten als ganzheitlicher und ressourcenorientierter Ansatz wirkt heilsam auf Körper und Seele der Kinder und Jugendlichen.
Umgesetzt wird dieser Dienst von zwei Ehrenamtlichen mit einer entsprechenden und umfassenden Ausbildung wie etwa im „Umgang mit dem Pferd im sozialen und gesundheitlichen Bereich“ sowie der Ausbildung zu einer Reitlehrerin, PKSPG Seelsorgerin, Kinder- und Jugendhospizbegleiterin und Palliative Care Fachkraft bzw. dem Grundkurs für „Trauernde Kinder und Jugendliche begleiten“.
Die tiergestützte Begleitung findet auf dem naturnahen und idyllisch gelegenen Islandpferdehof „Seelengrübchen“ statt.

Weitere Informationen finden Sie hier:

Unsere Schirmherrin Ulrike Kriener

Grußwort Schirmherrin Ulrike Kriener

Grußwort Schirmherrin Ulrike Kriener

Es sind die Eltern, die mich so berühren, die beharrlich und voller Hingabe bemüht sind, die Zeit, die sie mit ihren todkranken Kindern verbringen können, so schön und so leicht wie möglich zu gestalten.
Und das ist eine schwere Aufgabe, die alle Betroffenen an die Grenzen ihrer Kraft bringen kann.
Die ehrenamtlichen Helferinnen des Malteser Hilfsdienstes sind dafür da, es nicht so weit kommen zu
lassen. Sie sind da, wenn die Geschwisterkinder, die ihr ganz eigenes Päckchen zu tragen haben, vor lauter
Sorge um das sterbende Kind aus dem Fokus der Eltern geraten, sie haben ein offenes Ohr, wenn die
Last zu schwer wird, wenn lästige Behördengänge erledigt werden müssen oder wenn die Eltern einfach
mal Zeit für sich brauchen, um ins Kino zu gehen oder zum Zahnarzt.

Ich bin davon überzeugt, dass es keine bessere Unterstützung geben kann, als diese warmherzige „Alltagstauglichkeit“, die Fähigkeit sich letztendlich in den Familienablauf zu integrieren, sich in die Lücken einzupassen und einzubringen, im günstigsten Fall Teil der Familie zu werden.

Ich bin glücklich, als Schirmherrin des Malteser Kinderhospizdienstes diese großartige Arbeit unterstützen zu können.

Was ist Kinderhospizarbeit?

Der Malteser Kinder- und Jugendhospizdienst möchte Familien und den ihnen Nahestehenden in dieser schwierigen Lebenssituation als Ergänzung im Rahmen einer psychosozialen Begleitung entlastend zur Seite stehen.

Unsere Unterstützung orientiert sich ab Diagnosestellung individuell an den Bedürfnissen und Wünschen der Familien und möchte zu einer möglichst hohen Lebensqualität und sozialen Integration für alle beitragen. Diese kann über die gesamte Lebens-, Sterbe- und Trauerphase und dadurch mehrere Jahre dauern. Dabei ist es uns wichtig, den Respekt vor dem intimen Lebensraum einer Familie zu wahren, die Ressourcen zu stärken und Beständigkeit zu vermitteln.

Die Begleitung wird durch unsere Ehrenamtlichen, die von uns gezielt auf die Begleitung von Kindern und Jugendlichen und deren Umfeld durch eine Schulung vorbereitet werden, geleistet und unterliegt der Schweigepflicht. Sie ist an keine Nationalität, Weltanschauung oder soziale Stellung gebunden.

Darunter zählt auch die Begleitung von Familien mit einem schwer erkrankten Elternteil.

Petra Lagarde

Petra Lagarde
Mitarbeiterin Öffentlichkeitsarbeit für die Landkreise Günzburg und Neu-Ulm
Tel. 08221 2070792
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Angelika Wagner

Angelika Wagner
Mitarbeiterin Öffentlichkeitsarbeit für die Landkreise Dillingen und Donau-Ries
Tel. 09071 1274
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Was wir anbieten

Wir schenken dem erkrankten Kind oder Jugendlichen fürsorgliche Zuneigung und Sicherheit, indem wir

  • da sind, aushalten und mittragen,
  • spielen, vorlesen, zuhören, trösten und
  • durch die Entlastung des engsten Familienkreises Stärke und Zuversicht schenken.

Wir sehen die Geschwister in ihrer Not und geben ihnen Gelegenheit, neben Sorgen und Ängsten auch Freude zu erleben, indem wir

  • nach Hause zum Spielen, Basteln und Vorlesen kommen, 
  • mit ihnen Ausflüge machen, bei den Hausaufgaben helfen und
  • Zeit, Aufmerksamkeit und Zuwendung schenken.

Wir sind für die Eltern vertrauensvolle und verlässliche Ansprechpartner, indem wir

  • sie individuell beraten, begleiten und stützen,
  • ihnen Freiräume ermöglichen,
  • sie in der Organisation des Alltags unterstützen und
  • offen sind für ihre Fragen und Nöte.

Unser Anliegen ist, dass jedes Kind und jeder Jugendliche im Rahmen seiner Fähigkeiten selbstbestimmt leben und in Geborgenheit sterben kann und dabei die Familie als Familie lebensfähig bleibt. Wir möchten Hilfe anbieten, den Abschied gut zu gestalten und der Trauer den nötigen Raum und die Zeit zu geben, die die Familie benötigt.

Malteser Kinder- und Jugendhospizarbeit wird getragen vom christlichen Glauben, Hoffen und Lieben. Gerne gehen wir ein Stück Ihres Weges mit.

Trauerbegleitung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene

Trauerbegleitung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene

Trauergruppe

In der Trauergruppe treffen sich regelmäßig Kinder und Jugendliche, in deren Familie jemand – meist ein Elternteil oder ein Geschwister – verstorben ist. Angeleitet von qualifizierten Trauerbegleitern lernen Sie, ihren Gefühlen im geschützten Raum Ausdruck zu verleihen – sei es im Gespräch, in Bildern oder beim Spiel. Denn die Trauer von Kindern wird häufig von anderen Gefühlen überlagert. Manchmal ist da Wut, dass es ausgerechnet diese Familie treffen musste, dass der Tod viel zu früh kam. Manchmal hat das Kind auch Schuldgefühle, dass es sich zu wenig um das kranke Geschwister gekümmert hat, zu selten Rücksicht auf die kranke Mutter genommen hat. In der Gruppe lernen die Kinder, mit den eigenen Problemen umzugehen und ihre Gefühle zuzulassen.

Über Tod und Sterben mit Kindern und Jugendlichen zu sprechen, ist nicht leicht. Die eigene Betroffenheit erschwert oft ihre Trauer wahrzunehmen und damit umzugehen. Im Kontakt zu unseren ausgebildeten Ehrenamtlichen in Kinder- und Jugendhospizarbeit und in Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche erfahren Sie als Eltern und Angehörige Hilfe im Umgang mit der Trauer Ihrer Kinder.

Kinder und Jugendliche nehmen Abschied

In der Gruppe, die ein geschützter und vertrauter Ort ist - spüren sie das Verständnis anderer betroffener Kinder/Jugendlichen

  • tauschen sie Erinnerungen an den Verstorbenen aus
  • fühlen sie sich nicht mehr alleine
  • bekommen sie Zugang zu den eigenen Gefühlen in der Trauer
  • dürfen sie Fragen offen stellen und werden ermutigt, in den Austausch durch Wort, Spiel und Kreativität zu kommen
  • schöpfen sie gemeinsam Hoffnung, dass trotz des schweren Verlustes ein weiteres Leben möglich ist.

Offene Trauergruppe für Erwachsene

Für Mütter und Väter, die jung verwitwet sind, bieten wir einen eigenen Gesprächskreis an. Jung verwitwete Frauen und Männer berichten oft von einer Art Erstarrung, in die sie nach dem Tod des Partners fallen, von Einsamkeit, Trauer, Leere und Wut.

Nun plötzlich auf sich gestellt zu sein und den Kindern Halt und Geborgenheit zu schenken, überfordert nicht wenige und so machen sich rasch Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit breit. In dieser Situation ist es wichtig zu erfahren, dass es andere Menschen gibt, denen Ähnliches passiert ist. Sie verstehen ohne Worte, weil sie dieselbe Erfahrung gemacht haben oder gerade mittendrin stehen. Was geschehen ist, lässt sich nicht umkehren. In unserer Gruppe für Erwachsene können sich Betroffene austauschen, sie finden Trost, bekommen aber auch handfeste Tipps, wie sie ihren Alltag meistern können.

Trauergruppe für Kinder

Jeden 1. Mittwoch im Monat von 16.00 Uhr –17.30 Uhr

  • Gruppe für 5 – 9 Jährige
  • Gruppe für 10 – 15 Jährige

Malteser Dienststelle, Lindenallee 11, 89312 Günzburg

 

> Die Broschüre zum download.

Hospiz macht Schule

Hospiz macht Schule

Drei Projekttage an Grundschulen Schule ist für junge Menschen ein sehr zentraler Ort des Erlebens und des Leben-Lernens. Zum Leben gehören Freude und Freundschaft, Kennenlernen und Abschied nehmen, Verlust, Trennung und Trauer. All diese Lebenserfahrungen und Gefühle benötigen ihre eigenen Freiräume, um sich auszudrücken und um gehört zu werden. Bei Hospiz macht Schule handelt es sich um drei Projekttage an Grundschulen. Durchgeführt werden diese von zuvor befähigten und ehrenamtlich engagierten Frauen und Männern des Malteser Kinderund Jugendhospizdienstes in Kooperation mit den Grundschulen. Die Ehrenamtlichen werden in dem speziell für das Projekt entwickelten Ausbildungsstandard der Bundes-Hospiz-Akademie gGmbH für die Durchführung der Projekttage vorbereitet. Das Projekt richtet sich an Kinder der 3. und 4. Klasse. In dem Konzept gehen vier Ehrenamtliche des Malteser Kinder- und Jugendhospizdienstes gemeinsam als Team in eine Schulklasse. Dadurch ist gewährleistet, dass die Kinder in den Kleingruppen ausreichend zu Wort kommen und ihre Fragen in diesem geschützten Raum stellen können. Mehr Infos für Schulen und Eltern können Sie in der Broschüre nachlesen.

> Die Broschüre zum download.​​​​​​​

Herzenswunsch-Krankenwagen

Herzenswunsch-Krankenwagen

Weitere Infos finden Sie auf unserer Angebot- und Leistungsseite „Herzenswunsch-Krankenwagen

Kooperation und Öffentlichkeitsarbeit

Wir legen großen Wert auf eine aktive Zusammenarbeit mit allen am Versorgungs- und Betreuungsprozess Beteiligten. Deshalb ist uns eine Vernetzung mit anderen Diensten und Institutionen sehr wichtig.

Zum Beispiel kooperieren wir mit

  • Kinderkrankenpflegediensten
  • Kinderkliniken
  • Kinderärzten
  • Therapeuten und Beratungsstellen
  • Fachkräften der Palliativmedizin
  • Trauerbegleitern

Darüber hinaus bieten wir Unterstützung für Einrichtungen an und informieren bei öffentlichen Veranstaltungen, um das Verständnis für die Situation von betroffenen Familien zu wecken und die Scheu vor dem Thema Kind und Tod abzubauen.
Zum Beispiel in

  • Schulen
  • Kindertagesstätten

Wir bieten auch Vorträge für Erwachsenenverbände und -gruppen an. Wenden Sie sich bei Interesse an uns!

Petra Lagarde

Petra Lagarde
Mitarbeiterin Öffentlichkeitsarbeit für die Landkreise Günzburg und Neu-Ulm
Tel. 08221 2070792
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Angelika Wagner

Angelika Wagner
Mitarbeiterin Öffentlichkeitsarbeit für die Landkreise Dillingen und Donau-Ries
Tel. 09071 1274
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Qualifizierungskurse

Qualifizierungskurs für ehrenamtliche Kinderhospizbegleiter/innen

Qualifizierungskurs für ehrenamtliche Kinderhospizbegleiter/innen

Die Hospizbewegung ist entstanden und wird getragen aus dem bürgerschaftlichen Engagement vieler Menschen. Auch die ambulante Kinder- und Jugendhospizarbeit wird überwiegend von Ehrenamtlichen geleistet. Wer sich in diese Arbeit einbringen will braucht eine gute Vorbereitung in Bezug auf die Begleitung von Kindern und Jugendlichen und deren Umfeld.
Deshalb bieten wir einen Qualifizierungskurs für ehrenamtliche Kinderhospizbegleiter/innen beim Malteser Kinder- und Jugendhospizdienst an.
Dieser Kurs umfasst sechs Wochenend-Seminare über einen Zeitraum von ca. sechs Monaten.

Die Kursinhalte sind:

  • Kennenlernen, Motivation, Selbstreflexion, persönliche Trauer- und Verlusterfahrungen, Selbstpflege, Helferpersönlichkeit
  • Kommunikation, Körpersprache, Umgang mit Problemen, persönliche Haltung
  • Entwicklungspsychologie, Familiensystem, Situation der einzelnen Familienmitglieder
  • Geschichte und Entwicklung der Kinder- und Jugendhospizarbeit
  • Auseinandersetzung mit verschiedenen Glaubenswegen und Kulturen
  • Krankheitsbilder
  • Sterbephasen und Trauermodelle, Kindertrauer
  • Bestattung
  • Ethische Aspekte, Sterbehilfe, rechtliche und organisatorische Fragen um das Thema Sterben, Tod und Trauer
  • Erfahrungsberichte und Austausch mit erfahrenen Kinderhospizbegleiter/innen und betroffenen Eltern
  • Organisatorisches zum Engagement beim Kinder- und Jugendhospizdienst, Geschichte und Arbeit der Malteser

Interessierte Ehrenamtliche sind herzlich willkommen und können sich gern melden! Genauere Informationen und Anmeldung bei Frau Braunwarth.

Trauernde Kinder und Jugendliche begleiten – Grundkurs

Trauernde Kinder und Jugendliche begleiten – Grundkurs

Genauso wie Männer und Frauen oder alte Menschen aus der Kriegsgeneration unterschiedliche Trauerreaktionen zeigen, so verstehen, fühlen und reagieren auch trauernde Kinder und Jugendliche aufgrund ihrer Entwicklung und Erfahrung in manchen Situationen „anders“ als Erwachsene.

Sie benötigen Unterstützung durch Begleiter und kreative Methoden, um ihre Lebenssituation zu verstehen und um Gefühle ausdrücken zu können.
So liegt ein Schwerpunkt der Fortbildung auf der praxisorientierten Begleitung von Kindern und Jugendlichen.

  • Der nächste Kurs findet 2021 statt.

Bei Interesse an der Trauerqualifikation können Sie sich gerne an Frau Braunwarth wenden.


Trauernde Kinder und Jugendliche begleiten – Aufbaukurs

Trauernde Kinder und Jugendliche begleiten – Aufbaukurs

Eltern, Kindern und Jugendlichen benötigen qualifizierte Unterstützung und persönliche Beratung und Begleitung in Zeiten von Krankheit, Abschied, Trennung und Tod an, um die Trauerzeit gut zu gestalten und zu verarbeiten.

Der Kurs gliedert sich in drei Teile und insgesamt 120 Unterrichtseinheiten.

Bei Interesse an der Trauerqualifikation können Sie sich gerne an Frau Braunwarth wenden.

Termine und Informationen

Ihre Ansprechpartner vor Ort

Dillingen

Dillingen

Sylvia-Maria  Braunwarth

Sylvia-Maria Braunwarth
Koordinatorin Kinder- und Jugendshospizdienst
Tel. 08221 20 70 792
Fax 08221 363719
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Günzburg

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Sylvia-Maria  Braunwarth

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Koordinatorin Kinder- und Jugendshospizdienst
Tel. 08221 20 70 792
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Neu-Ulm

Neu-Ulm

Sylvia-Maria  Braunwarth

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Koordinatorin Kinder- und Jugendshospizdienst
Tel. 08221 20 70 792
Fax 08221 363719
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